1. Das Schützenwesen im Mittelalter

Das heutige Schützenwesen reicht mit seinen Wurzeln weit in die Vergangenheit zurück.

Schon zur Zeit der Völkerwanderung wird die Benutzung von Pfeil und Bogen erwähnt.

Unter der Regentschaft von Karl dem Großen werden zur Rüstung allgemein Lanze, Schild, ein Bogen mit zwölf Pfeilen und 1 Ersatzsehne verlangt.

Für die Franken waren der Wurfspeer und die Wurfaxt Nationalwaffen. Sie wurden in späterer Zeit immer mehr durch das Schwert und die Stoßlanze verdrängt.

Im Mittelalter war im deutschen Herr der Bogen unbedeutend. In England und Schottland war der Bogen dagegen eine gefährliche Waffe.

In den Handschriften des 10. Jahrhunderts wurde die Armbrust erwähnt. Sie war natürlich bei den militärischen Auseinandersetzungen zuerst noch ohne große Bedeutung. In Deutschland taucht diese Waffe im 12. Jahrhundert auf. Das Bürgertum schaffte sich diese Waffe als Kriegswaffe gegen die Ritterschaft an. Für die Ritterschaft war der Gebrauch der Armbrust aber verpönt, sah sie diese Kriegswaffe doch als „unritterlich“ an.

Der Adel begegnete der Armbrust deshalb mit unversöhnlichem Haß. Er ging dabei soweit, dass bei der Benutzung dieser Waffe eine Strafe und der Bannfluch ausgesprochen wurde.

Auf dem berühmten vierten lateranischen Konzil von 1213 wurde den Geistlichen verboten, mit Bogen – und Armbrustschützen oder dergleichen „Blutmenschen“ zu verkehren.

Unabhängig davon setzten sich diese Waffen aber immer weiter durch und beherrschten in der Folge bei kriegerischen Auseinandersetzungen das Feld.

Die Armbrust wurde zu damaliger Zeit in vielen Formen und Varianten hergestellt. Der Beruf der Bogenschmiede war sehr lukrativ. So erhielten diese zum Beispiel von Herzog Wilhelm von Sachsen im Jahre 1428 für eine Vielzahl von Armbrüsten je Stück 1 Gulden und 30 Kronen. Ein guter Bogenmeister wurde mit 6 Gulden pro Jahr entlohnt.

Mit der Erfindung von Explosivstoffen, wahrscheinlich schon vor unserer Zeitrechnung durch die Chinesen, sowie dem Erreichen eines hohen Standes in der Metallbearbeitung, der die Anwendung von Feuerwaffen auf einer breiten Basis ermöglichte, trat im Kriegswesen eine Veränderung ein.

Als gesichert werden Versuche des deutschen Mönches Berthold, er wurde wegen seiner alchimistischen Versuche Bartholdus Niger (lat. Der Schwarze) genannt, mit Schwarzpulver nachgewiesen, wobei wohl auch neue Mischungen für Feuerwaffen entwickelt wurden. In der Historienschreibung wird Berthold Schwarz deshalb häufig als Entdecker des Schießpulvers genannt. Er wurde um 1380 geboren und ist von 1420 bis 1450 urkundlich erwähnt.

In der Mitte des 14. Jahrhunderts sind Feuerwaffen zweifelsfrei nachgewiesen. Ihre Feuerkraft war zuerst noch gering. Sie hatten aber eine große moralische Wirkung.

Unter den Trümmern von Tannenburg in der Stadt Hessen wurde 1849 eine Handfeuerwaffe gefunden. Die Burg wurde schon 1399 zerstört. Die Waffe ist 33 cm lang, Kaliber 1,7 cm und aus Bronze.

Die Einführung von Feuerwaffen war sehr kostenaufwendig. So wurde im Jahre 1427 ein Heer von 80.000 Mann mit nur 200 Feuerwaffen ausgerüstet. Die Feuerwaffen, auch Bussen genannt, wurden im Laufe der Jahrhunderte immer weiterentwickelt und dadurch auch bei ihrer Anwendung im Kampf immer gefährlicher.

2. Die erste Erwähnung des Wehr- und Schützenwesens in unserer Stadt

Die Schützen von Quedlinburg wurden unter der Jahreszahl 1281 erstmals in der Schöppenchronik von Magdeburg erwähnt. Die Städte mussten damals in einer beständigen Kampfbereitschaft leben, zwangen doch häufige Übergriffe zu einer straffen Ordnung der Verteidigung. Nach Zünften Stadtvierteln mit Waffen gerüstet, halfen schon bald gebildete Schützenvereine den Bürgern, die dazu notwendigen Fertigkeiten zu erwerben.
Unser Quedlinburg besteht aus der Alt- und Neustadt. Beide Städte wurden mit einer starken Stadtmauer umgeben. Die Stadtmauer der Altstadt, die ca. 25 ha umschloss, war 2.290 m lang und etwa 6,30-7,10 m hoch. Die 1.570 m lange Mauer der Neustadt wurde nach urkundlichen Angaben vor 1255 fertiggestellt, die Stadtmauer der Altstadt schon zu einem früheren Termin. Alt- und Neustadt wurden durch starke Stadttore und Wehrtürme gesichert.
Die Gemarkungsgrenze von ca. 45 km Länge war mit 11 Wachtürmen versehen. 1338 musste der Raubgraf von Regenstein 7 neue Stadttürme errichten, da er 1336 Quedlinburger Bauern überfallen hatte und am 7.Juli 1336 von der Bürgerwehr und Bauern gefangengenommen wurde.
Es wird in der Chronik erwähnt, dass 1505 die Mauern und Stadttürme mit Feuerbüchsen gesichert waren, darunter auch durch ein Geschütz auf Rädern, das 1460 schon in der Stadt war.
Bei Auseinandersetzungen mit der Äbtissin Hedwig, einer Tochter des Kurfürsten Friedrich II. Von Sachsen, mit der Stadt, wurden 1477 durch Geschützkugeln die Dächer der Stiftskirche beschädigt.

Die Rache der Äbtissin: Das Niederreißen des Rolands. Austritt aus der Hanse und die Unterwerfung der Stadt.

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